Julius — der kleine Helfer in der Narbentherapie

Julius klärt auf

Narbentherapie mit Kompressionsbekleidung  

Wenn die Haut tiefgradige Verbrennungen und Verbrühungen erlitten hat, wird im Zuge einer Operation gesunde Haut von anderen Teilen des Körpers an die geschädigte Stelle verpflanzt. Um zu vermeiden, dass durch die Hauttransplantation Narben wuchern – man spricht dann von hypertrophen Narben oder auch Keloiden – ist eine besondere Behandlung erforderlich: Sobald die Wunde verheilt ist, wird von außen ein therapeutisch wirksamer Druck auf den Wundbereich ausgeübt. Dies geschieht mit Hilfe von Kompressionsbekleidung. Sie verhindert einen ungeordneten und übermäßigen Umbau des Bindegewebes. Die faserigen Bindegewebszellen in der Wunde ordnen sich durch den konstanten Druck von außen gleichmäßig und parallel zur Wund- bzw. Hautoberfläche an.

 

Schnellere Heilung, flachere Narben

Der konstante Oberflächendruck der Kompressionsbekleidung lässt das Narbenareal schneller reifen. Bereits nach kurzer Zeit verändert sich die Konsistenz der erhabenen Narbe – das Narbengewebe wird weicher. Das rötliche Narbengewebe verblasst und die Narbendicke verringert sich. Darüber hinaus reduziert die Kompression Narbenverhärtungen und daraus resultierende Gelenkversteifungen sowie unangenehmen Juckreiz. Auch bereits länger bestehende Narben können durch eine Kompressionstherapie vermindert werden.

Verlauf der Narbentherapie

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Dauer der Kompressionstherapie

Nach tief zweit- und drittgradigen Verbrennungen und sonstigen zur Hypertrophie neigenden Narben muss das Kind seine Kompressionsbekleidung bis zu zwei Jahre lang tragen – und zwar Tag und Nacht. Das ist nötig, damit bei den Narben möglichst keine funktionellen Einschränkungen auftreten. Am besten ist es, die Behandlung nur zum Wechsel der Kompressionsbekleidung, zur Körperhygiene und zur Narbenpflege kurzzeitig zu unterbrechen.

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Die Dauer der Kompressionstherapie hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • vom Schweregrad der Narben
  • von der Körperstelle und der Ausdehnung der Narben
  • von der individuell unterschiedlichen Heilungsreaktion
  • von der Therapiebereitschaft und Geduld des jungen Patienten und dessen Familie

Die Zeitspanne der Anwendung sollte mit den Ärzten im Rahmen der Nachsorge abgestimmt werden. Dazu sind vierteljährliche Nachkontrollen sinnvoll.

 

Tipp
Die Kompressionsbekleidung muss bis zur Ausheilung der Narbe unbedingt rund um die Uhr getragen werden. Auch Kinder nehmen sie gut an, wenn sie behutsam an die Kompressionstherapie gewöhnt werden.

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Die Kompressions-Nachbehandlung

Die Prüfung des Kompressionsdrucks erfordert Erfahrung und Gefühl. Wichtig ist auch, wie der junge Patient den Tragekomfort einschätzt. Bei erkennbaren Problemen mit der Passform sollte das Kind neu vermessen und neu versorgt werden. 

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Auch der Arzt, Therapeut oder Mitarbeiter des medizinischen Fachhandels sollte die therapiegerechte Anwendung der Kompressionsbekleidung regelmäßig prüfen. Deren Passform kann nämlich durch unsachgemäße Behandlung, natürlichen Verschleiß oder durch Größen- und Gewichtsänderungen des Kindes beeinträchtigt werden. Zu straff anliegende Bandagen z.B. bewirken eine Druckzunahme, die sich unter Umständen nachteilig auf das Bewegungs- und Atemverhalten des Patienten auswirkt. Wie häufig die Passform kontrolliert werden sollte, ist individuell verschieden. Bei Kindern im Wachstumsalter aber mindestens alle zwei bis drei Monate.

Tipp
Ein optimales Ergebnis in der Nachbehandlung wird nur durch eine konsequente Zusammenarbeit von Patient, Arzt, Therapeut, medizinischem Fachhandel und dem Hersteller von Kompressionsbekleidung erzielt.

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Die therapeutische Nachbehandlung

In dieser Zeit geht es vor allem um das konsequente Tragen der Kompressionsbekleidung (ggf. auch in Verbindung mit Silikonauflagen) und eine regelmäßige, sorgfältige Pflege der Haut. Vor allem die Kleidung trägt entscheidend dazu bei, die Folgen einer Verbrennung oder Verbrühung zu mildern – die Narben sind weniger sichtbar und schränken keine Funktionen ein.  

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Darüber hinaus sind folgende Punkte wichtig:

  • Physiotherapie bzw. Ergotherapie
  • langfristige Kontrollen der verbrannten bzw. verbrühten Hautoberfläche und der Therapiefortschritte (bei Kindern bis ins Erwachsenenalter!)
  • Vermeidung von Sonneneinstrahlung
  • Verwendung von orthopädischen Übungs- und Lagerungsschienen (bei Bedarf)
  • Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen
  • bei Bedarf psychologische Unterstützung

Kleine Helfer

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